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Die Lehrjahre

  Anthony Caro wurde 1924 in New Malden in England geboren und ist Vorreiter der abstrakten modernen Bildhauerei.
Er nahm Unterricht an der Royal Academy of Arts in London, bevor er Anfang der 50er Jahre Assistent des Bildhauers Henry Moore wurde. Mitte der 50er Jahre kreierte er erste expressionistische Figuren, deren Haltung und Bewegung Maßstäbe gesetzt haben. 1959 begab er sich auf eine Reise nach Amerika – dieser Aufenthalt sollte sein weiteres Leben und Schaffen erheblich beeinflussen, denn hier widmete er sich der Bearbeitung neuer Materialen, experimentierte mit Eisen und entwarf seine ersten abstrakten Werke.
Ab 1960 wird Caro zum führenden Künstler im Bereich der abstrakten und konstruktiven Bildhauerei. In den folgenden Jahrzehnten verwendet er zusehends mehr unbearbeitetes Eisen, außerdem geht er dazu über, die Skulpturen direkt auf dem Boden zu errichten. Die Ausdruckskraft von Caros Werken ergibt sich zum großen Teil aus dem Versuch des Ausgleichs zwischen den Formen im Raum und einer Annäherung an die Leere.




Verbindung zwischen Skulptur und Architektur

   Ich war immer von der Architektur begeistert. ... Die Architektur kann den Bildhauer Disziplin und Wiederholung sowie die Fähigkeit lehren, die volle Räumlichkeit unter freiem Himmel zu nutzen.» Ab den 80er Jahren verstärken sich Caros Überlegungen zu der Rolle und der Situation der Bildhauerei. Doch nur durch „praktische Erfahrungen“ lässt sich die Komplexität dieser Kunst begreifen – so wird der Besucher durch Caros Installationen dazu eingeladen, an ihnen entlangzugehen, sich ihnen anzunähern, sie zu beobachten, sie aus allen möglichen Winkeln zu erleben. Allmählich wächst der Anteil der Architektur in seiner Kunst. Diese Entwicklung zeichnet sich auch durch das Vokabular aus, das Caro benutzt. Begriffspaare wie innen – außen, Rauminhalt – Wohnraum, Durchquerung – Erhebung, geschlossen – offen, durchdringlich – begehbar spielen eine stärkere Rolle. Der Begriff sculpti-tecture, den der Künstler oft verwendet, zeugt für die Suche nach einem Zusammenspiel von Bildhauerei und Architektur.